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Der nächste Winter kommt bestimmt!


Winterreifenpflicht

Die Haftung von Sommerreifen lässt bereits bei Temperaturen von knapp über 0 Grad spürbach nach, da die Gummimischungen verhärten können. Winterreifen haben weichere Gummimischungen, die sich besser der Fahrbahnoberfläche anpassen. Winterreifen_250x

Seit 04.12.2010 sind M+S-Reifen (steht für „Matsch & Schnee“) bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Schneeglätte, Eis- oder Reifglätte Pflicht.
Im Handel erhältliche Winterreifen sind mit einem M+S-Symbol auf der Seitenfläche gekennzeichnet und haben ein Profil, das bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Kälte und Glätte den nötigen Griff gewährleistet.

Eine Winterreifenpflicht für einen bestimmten Zeitraum (z. B. Oktober bis März) legt die StVO nach wie vor nicht fest.
Vorgeschrieben sind Winterreifen demnach nur bei den entsprechend schlechten Straßenverhältnissen. Experten empfehlen jedoch die Winterreifen nach der sogenannten O-bis-O-Regel zu montieren:
Demnach sollen von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern Winterreifen auf dem Auto bleiben.

M+S-Reifen gibt es als Winter- und Ganzjahresreifen („Allwetterreifen“). Für welche Variante Sie sich entscheiden, ist Ihnen überlassen. Es muss lediglich ein M+S-Reifen sein (Die Bezeichnung befindet sich auf dem Reifenprofil). Die Bezeichnung gibt an, dass der Reifen auch bei Matsch und Schnee einen besseren Grip auf der Straße hat.

Achtung, mit Falschbereifung riskiert man den Versicherungsschutz!
Die Kaskoversicherung kann bei einem Unfall teilweise oder ganz die Zahlung verweigern, wenn die fehlenden M+S-Reifen Ursache des Unfalls gewesen sind.

Achten Sie auf die Profiltiefe!
Das Gesetz schreibt außerdem eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vor. Der ADAC rät jedoch aus Sicherheitsgründen sogar zu vier Millimeter Profiltiefe.

 

Was Sie zusätzlich beachten sollten:

- Prüfen Sie die Lichtanlage .

- Prüfen Sie die Batterie. Nützliche Tipps dazu finden Sie hier.

- Prüfen Sie den Stand der Kühlflüssigkeit (Frostschutz bis -25 Grad).

- Für Frostschutz der Scheibenwaschanlage sorgen und die Wischerblätter prüfen.

- Türschlösser, Dichtungen und Gummileisten einfetten (Silikon).

- Eiskratzer und Handfeger nicht vergessen.

Erste Hilfe für gestresste Akkus.


Die Sachverständigen des GTÜ-Partnerbüros Fuchs geben Tipps für Batteriepflege und richtige Starthilfe im Ernstfall

Eisige Kälte und vorwiegend Fahrten über kurze Strecken - teilweise mit eingeschaltetem Fahrlicht, Heizscheiben, Heizung, Sitzheizung und aufgedrehtem Gebläse - belasten den Stromhaushalt im Auto extrem. Eine funktionsfähige und möglichst voll geladene Batterie ist deshalb unerlässlich.

Nicht nur der aktuelle Ladezustand ist für die Leistungsfähigkeit der Bordbatterie entscheidend, ebenso wichtig ist ihre Speicherkapazität. Mit zunehmender Kälte verliert der Energiespeicher an Kraft. So stehen bei minus zehn Grad Celsius noch 65 Prozent der eigentlichen Leistung zur Verfügung, bei minus 20 Grad sind es nur noch 50 Prozent.

Während sich der Ladezustand über die Säuredichte noch relativ einfach prüfen lässt, sind Aussagen zur tatsächlichen Kapazität nur mit speziellen Messgeräten in einer Fachwerkstatt möglich.

Ebenso wichtig ist der korrekte Säurestand in der Batterie, ggf. muss vor einem Ladevorgang – wo dies noch möglich ist – destilliertes Wasser nachgefüllt werden.

Um die Batterie zu schonen, raten wir als Ihre Sachverständigen, vor dem Start unnötige Verbraucher wie Beleuchtung, Radio, Gebläse, Sitzheizung etc. abzuschalten.

Erfolglose Startvorgänge spätestens nach zehn Sekunden abbrechen und nach etwa einer halben Minute erneut versuchen.

Das Batteriegehäuse selbst sauber halten, um Kriechströme zu vermeiden. Die Pole und Anschlussklemmen mit Säureschutzfett konservieren.

Starthilfekabel richtig anklemmen

1. Die Klemme des roten Kabels an den Pluspol /+) der entladenen Batterie.

2. Anderes Ende des roten Kabels an den Pluspol der Strom spendenden Batterie.

3. Schwarze Kabelzange an den Minuspol (–) der Strom gebenden Batterie.

4. Anderes Ende des schwarzen Kabels an Motor- oder Karosseriemasse (meist stabile Metall-Lasche) und NICHT an den Minuspol der entladenen Batterie anklemmen, denn explosive Gase könnten sich hier durch Funkenschlag entzünden.

5. Kabel in umgekehrter Reihenfolge abklemmen.

Wenn die Batterie streikt

Starthilfe geben und in Anspruch nehmen ist kein Hexenwerk. Allerdings gilt es, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Beide Batterien müssen die gleiche Spannung haben.
  • Entladene Batterien nicht vom Bordnetz trennen.
  • Zwischen den Fahrzeugen keinen Karosseriekontakt herstellen.

Wichtig: Eine entladene Batterie kann einfrieren und darf nicht fremd gestartet werden, sonst besteht Explosionsgefahr! Der Motor des Strom gebenden Fahrzeugs sollte laufen, eventuell sogar mit etwas höherer Drehzahl. Vorsicht ist an sich drehenden Teilen (Kühlventilator etc.) geboten.

Nützliche Tipps im GTÜ-Winterratgeber

Weitere Tipps und Informationen gibt der Winter-Ratgeber der GTÜ.

Licht und Sicht


„Sehen und gesehen werden“ ist die Grundvoraussetzung für eine sichere Fahrt – umso mehr noch bei schlechten Sichtverhältnissen in der kommenden dunklen Jahreszeit.

Schlechte Sichtverhältnisse erhöhen das Unfallrisiko. Das leuchtet allen ein. Dennoch ist speziell der Bereich „Beleuchtung und Elektrik“ der traurige Spitzenreiter der aktuellen Mängelstatistik der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung. Dabei ist eine Abhilfe vergleichsweise einfach. Hier sind ein paar nützliche Tipps:

Lieber mit Licht
Auch ohne Tagfahrlichtpflicht sind Sie trotzdem gut beraten, möglichst immer Ihr Abblendlicht zu nutzen. Es ist spätestens bei Dämmerung und Dunkelheit sowie wetterbedingt erschwerten Sichtverhältnissen zwingend vorgeschrieben (§17 & 18;StVO). Aber auch am helllichten Tag sind Sie mit zugeschaltetem Abblendlicht durch andere Verkehrsteilnehmer schneller und besser zu erkennen. Für den permanenten Lichtbetrieb empfiehlen wir spezielle Daytime-Glühlampen. Sie sind zwar teurer als die üblichen, halten aber auch fünf Mal länger. Unabhängig, welches Leuchtmittel Sie nutzen, ein Ersatzset sollten Sie im Auto haben. Beim Ausfall einer Lampe sollte stets paarweise ausgewechselt werden, da die noch intakte erfahrungsgemäß kurz darauf ihren Dienst versagt. Die Glühlampen dürfen nicht mit bloßen Fingern angefasst werden, da schon geringste Fett- oder Schweißrückstände sich fest einbrennen und die Lichtausbeute der Glühlampen verringern

Glühlampen im Vergleich
Am schlechtesten schneiden konventionelle Wolfram-Glühwendel-„Temperaturstrahler“ ab. In ihnen verdampfen Teilchen der Glühwendel und schlagen sich am Glaskolben nieder. Diese Trübung mindert die Leuchtkraft. Bei moderneren Halogenstrahlern verdampfen zwar ebenfalls Teilchen, doch zerfallen diese – mit dem Umweg über eine chemische Verbindung – wieder an der heißen Wolfram-Wendel. Dieser Kreislaufprozess hält den Glaskolben „sauber“. Zudem sind die Halogenlampen leistungsstärker und langlebiger. Neuester Stand der Lichttechnik sind Gasentladungslampen (ohne Glühwendel), bei denen in einem kleinen Quarzkolben mit Xenon-Edelgas und Metallsalzen ein Lichtbogen zwischen den beiden Wolfram-Elektroden zündet. Xenon-Lampen bieten die beste Lichtausbeute und halten nahezu ein Autoleben lang.
Bei den Lampen sollten Sie generell auf Qualitätsprodukte mit UV-Schutz zu achten, um ein Eintrüben der Kunststoffstreuscheiben zu vermeiden. Auch das würde die Lichtwirkung vermindern. Gerade die immer effektiver werdenden Scheinwerfer erfordern jedoch auch eine blendfreie Einstellung. Nutzen Sie im Oktober den kostenlosen „Licht-Test“, der in vielen Werkstätten als Gemeinschaftsaktion des Kraftfahrzeuggewerbes und der Deutschen Verkehrswacht e.V. angeboten wird!

So sorgen Sie für klare Sicht
Verschmutzte Scheiben erschweren nicht nur den Durchblick, sie verursachen auch stark blendendes Streulicht. Saubere Scheiben sind ein absolutes Muss – selbstverständlich außen und innen! Zur Reinigung raten wir zu speziellen Scheibenreinigungskonzentraten. Achtung: Viele Haushaltsreiniger, vor allem Geschirrspülmittel, verursachen nämlich einen Nachschleier mit irritierenden Lichtreflexen. Für die Innenscheiben ist ein Antibeschlagzusatz ratsam. Ständig beschlagene Scheiben, die im Winter auch innen Eiskratzen erforderlich machen, sind oft ein Indiz für „Wassereinbruch“ – tröpfchenförmigen Eintritt von Wasser an undichten Stellen beispielsweise von Türdichtungen oder Kabeldurchlässen zum Motorraum – dem fachmännisch auf den Grund gegangen werden muss. In diesem Zusammenhang empfiehlt die GTÜ die regelmäßige Kontrolle der Entwässerungsöffnungen unter den Türen auf mögliche Verschmutzungen. Wenn durch die unumgängliche Feuchtigkeit durch Atmung der Insassen oder regenfeuchte Kleidung die Scheiben beschlagen, hilft am wirksamsten, die Heizung aufzudrehen und das Gebläse auf starker Stufe voll auf die Scheiben zu richten. Bei Temperaturen über 5 Grad Celsius sorgt auch der Einsatz der Klimaanlage für trockenere Atmosphäre, weil der Luft Feuchtigkeit entzogen wird.

Halten Sie Ihre Scheibenwischanlage fit!
Bei der Scheibenwischanlage ist neben dem Reinigungskonzentrat auf ausreichend Frostschutzmittel zu achten. Doch sollten selbstkreierte „Wasser-Spiritus-Spüli-Mixturen“ der Vergangenheit angehören, um Schmierfilme, verstopfte Düsen und Schläuche sowie zersetzende Wirkung auf Gummi, Kunststoff oder gar Lack mit Sicherheit ausschließen zu können. Verwenden Sie stattdessen Qualitätsprodukte. Hiervon gibt es eine Vielzahl bereits gebrauchsfertiger Mischungen und entsprechender Einzelkonzentrate. Achten Sie darauf, dass die Produkte für Fächerdüsen und Polycarbonat-Scheinwerferscheiben geeignet sind und halten Sie sich an die jeweiligen Dosierhinweise – also Verdünnung mit Wasser, um die besten Resultate zu erzielen. Als Frostschutz in unseren Regionen reicht die Mischung bis -20 Grad Celsius. Zum Einfüllen von Einzelkomponenten gilt die Reihenfolge: erst Frostschutz, dann Wasser und schließlich Reinigungskonzentrat. Gelegentlich sind die Spritzdüsen zu prüfen und gegebenenfalls zu reinigen.
Die Wischblätter leisten Schwerstarbeit unter extremen Temperaturbedingungen und Verschmutzungen – sie erbringen lediglich etwa ein halbes Jahr lang die beste Wischqualität. Beim Wischblattwechsel raten wir zu Markenerzeugnissen aus hochwertigem Kautschuk. Vermeiden Sie unnötige Abnutzung durch längeres Trockenwischen.

Was tun bei beschädigter Frontscheibe?
Kratzer auf der Frontscheibe verursachen Lichtbrechungen, auch Halo-Effekt genannt. Zudem beschleunigen sie den Abnutzungseffekt der Wischlippen. Steinschläge führen oft zu Mikrorissen, die sich plötzlich ausdehnen können. Bevor es soweit kommt, können Schäden auf der Außenseite fachmännisch ausgebessert werden. Krater bis 5 mm Durchmesser und davon ausgehende Sprünge bis 5 cm Länge sind reparabel. Sie dürfen jedoch nicht im unmittelbaren Fernsichtfeld liegen und auch nicht im Scheibendichtgummi enden.

Voller Durchblick beginnt am Auge
Es ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Für den vollen Durchblick ist auch die eigene Sehleistung ausschlaggebend. Und diese kann sich schleichend verschlechtern. Regelmäßige Augenkontrolle und bei Bedarf entsprechende Sehhilfen (selbstverständlich ebenfalls sauber gepflegt) sind in Ihrem ureigensten Interesse.

Alles klar im Nebel


Sicher unterwegs, auch in der dunklen Jahreszeit

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Wenn morgens dicke Nebelschwaden durch die Talmulden wabbern und das Laub die Straße zu einem rutschigen Teppich werden lässt, ist noch mehr Vor- und Rücksicht im Straßenverkehr gefragt. Die Experten der GTÜ geben Ihnen dazu wichtige Tipps, damit Sie bei ihren Fahrten durch Regen und Nebel immer gut ankommen.

Die dunkle Jahreszeit birgt erhebliche Gefahren. Hat sich der Herbstnebel über die Straßen gelegt, ist es besonders wichtig, gut gesehen zu werden. Wer in der Dämmerung, im Nebel oder Nieselregen nicht mit der entsprechenden Beleuchtung am Fahrzeug oder als Fußgänger nicht in heller Kleidung unterwegs ist, gefährdet sich und andere. Besondere Gefahren drohen Kindern in den nebeligen Frühstunden auf dem Schulweg. Hier sollten die Eltern auf helle Kleidung mit vielen Reflektorflächen achten. Gefährlich sind die Dämmerstunden auch für Senioren, die sich viel zu oft dunkel kleiden. Es muss nicht immer der dunkle Regenmantel sein, es gibt auch attraktive helle Kleidungsstücke für Senioren. Wir raten zu Applikationen an Mantel, Jacke oder Hose aus reflektierenden Materialien. Grundsätzlich gilt im Herbst: Langsam und vorausschauend fahren. Auch wenn Sie es für nicht erforderlich halten, schalten Sie frühzeitig das Abblendlicht ein.

Bei schlechter Sicht sollten Sie auch tagsüber das Licht einschalten. Dabei gilt die Regel: „Licht an immer dann, wenn es die Sichtverhältnisse erfordern“. Wer dies nicht befolgt, trägt im Falle eines Unfalls eine Mitschuld und die Kfz-Haftpflichtversicherung des Gegners übernimmt bei einem Unfall wegen mangelnder Beleuchtung nur einen Teil der Kosten.

Doch nicht nur gesehen werden, auch das selber Sehen ist in der dunklen Jahreszeit wichtig. Beschlagene oder vom Frühreif vereiste Fensterscheiben sollten Sie vor Fahrtantritt vollständig freikratzen. Kleine „Gucklöcher“ sind ein Sicherheitsrisiko und sorgen für einen großen „toten Winkel“; besonders in Kurven. Um wirklich gut gesehen zu werden und zu sehen, müssen die Scheinwerfergläser sauber sein. Reinigen Sie diese daher regelmäßig und gründlich.

Bei Nebel gilt, auf keinen Fall mit Fernlicht fahren. Die feinen Wassertröpfchen reflektieren das Licht der aufgeblendeten Scheinwerfer stärker, die Sicht wird dadurch schlechter. Die Nebelleuchten dürfen nach der StVO nur dann eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite weniger als 50 Meter beträgt. Das entspricht dem Abstand zwischen zwei Seitenpfosten auf der Autobahn.

Obwohl es noch selten Glatteis gibt, werden manche Straßen in diesen Wochen zu unberechenbaren Rutschbahnen. Ursache ist das Herbstlaub in Verbindung mit Nässe. Generell heißt daher die Devise auf herbstlich-feuchten Strassen: „Runter vom Gas und Abstand halten“. Wird der Bremsweg trotz aller Vorsicht doch mal zu knapp, sehen Sie sich schnell nach einer geeigneten Ausweichmöglichkeit um.

Gefährlich sind in den frühen Morgenstunden Brücken und schattige Fahrbahnabschnitte. Hier besteht durch den Nachtfrost Rutschgefahr. Daher sollten Sie auf diesen Strecken besonders vorsichtig unterwegs sein und schnelle Lenkmanöver oder ruckartiges Bremsen vermeiden. (Quelle: GTÜ)

Richtiger Reifendruck hilft beim Spritsparen


Schlappe Reifen mit zu niedrigem Fülldruck verformen sich stärker als notwendig und haben deshalb einen höheren Rollwiderstand. Folge: Der Kraftstoffverbrauch steigt. Zudem verringert sich die Reifenlebensdauer und die Bremswege werden länger. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung rät deshalb zu regelmäßiger Reifendruckkontrolle. Denn korrekte Werte sparen Sprit und sorgen für Fahrsicherheit.

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Was kaum ein Autofahrer weiß: Reifen sind mit bis zu 25 Prozent ganz wesentlich am Kraftstoffkonsum eines Fahrzeugs beteiligt. Verantwortlich dafür ist vor allem der so genannte Rollwiderstand, der durch die Reifenverformung entsteht. Das heißt, dass die Reduzierung des Rollwiderstandes der Reifen signifikant zur Verbrauchsminderung beitragen kann. Angesichts ständig steigender Kraftstoffpreise ein attraktives Sparpotenzial.

Grund für den Rollwiderstand: Der Pkw-Reifen sinkt durch das Fahrzeuggewicht im Bereich der Aufstandsfläche etwa 10 bis 15 Prozent ein und passt sich der Straße an. Der Laufstreifen verändert also seine runde Form und wird flach. Die damit zwangsläufige Formänderung beim Abrollen ist nur gegen Widerstand (Rollwiderstand) möglich und verbraucht Antriebsenergie, die in Wärme umgesetzt wird. Der Reifen erhitzt sich deshalb auch beim Fahren.

Werden die korrekten Fülldruckwerte nicht eingehalten, sinkt der Reifen noch stärker ein, Rollwiderstand und Erwärmung nehmen drastisch zu. Das kann bis zu einem gefährlichen Reifendefekt führen. Ein Minderdruck von nur 0,2 bar erhöht den Verbrauch um rund ein Prozent, bei 0,4 bar sind es schon zwei Prozent und bei 0,6 bar unter dem empfohlenen Wert (siehe Betriebsanleitung oder Tankklappe) fallen etwa vier Prozent mehr Kraftstoffkonsum an.

Erschwerend hinzu kommt bei abnehmendem Fülldruck ein weiterer finanzieller Effekt: Die Lebensdauer der Reifen wird reduziert. Bei nur 0,3 bar Minderdruck verringert sich die Laufleistung schon um 30 Prozent. Eine erhebliche Einbuße. Überdies verlängern sich die Bremswege. Damit wird auch die Fahrsicherheit beeinträchtigt.

Deshalb die Empfehlung der GTÜ-Experten: Reifenfülldruck im Abstand von maximal vier Wochen kontrollieren. Im Interesse eines geringen Rollwiderstandes kann der jeweils vorgeschriebene Reifendruck um bis zu 0,3 bar überschritten werden. Eine weitere Drucksteigerung brächte nur Nachteile bei Komfort, Abrieb und Fahrverhalten. Übrigens: Auch kurze Fahrstrecken mit kalten Reifen sind mit hohem Rollwiderstand und damit Mehrverbrauch verbunden. Erst nach etwa 30 Minuten Fahrtdauer erreichen Reifentemperatur und Rollwiderstand den Normalwert.

Der Einfluss des Reifenrollwiderstandes auf den Verbrauch gilt für alle Fahrzeuge (auch Transporter und Lkw), Motorisierungen und Einsatzbedingungen. Das Reifensparpotenzial lässt sich zudem ohne zusätzliche Ausgaben realisieren. Diese Fakten sind auf alle Reifen übertragbar. Bei so genannten Spritspar- oder Leichtlaufreifen wird die konstruktiv erreichte Minimierung des Rollwiderstandes bei Vernachlässigung des Fülldrucks zur Makulatur.